Waermewende - Heizerfahrung Splitklima

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Waermewende

Die logische Lücke in der Wärmewende: Warum die Luft-Luft-Wärmepumpe die unterschätzte Lösung für den Bestand ist

Die aktuelle Diskussion um das Heizen der Zukunft dreht sich in Deutschland fast ausschließlich um die Luft-Wasser-Wärmepumpe (LWWP). Doch wer die Technik zu Ende denkt, stellt fest, dass wir uns oft für die komplizierteste und teuerste Lösung entscheiden, während die effizienteste Alternative, die Luft-Luft-Wärmepumpe (LLWP), kaum erwähnt wird.

Das Paradoxon der Warmwasserbereitung
In der Fachwelt ist bekannt: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe arbeitet dann am effizientesten, wenn sie niedrige Temperaturen liefern muss (z. B. für eine Fußbodenheizung). Im Winter jedoch muss sie für das Duschwasser enorme Hübe leisten, um 55 Grad oder mehr zu erreichen. Das drückt die Effizienz massiv. Deshalb raten Experten heute immer häufiger dazu, die Brauchwasserbereitung vom Heizungssystem zu trennen und eine separate Brauchwasser-Wärmepumpe (BWP) einzubauen. Diese entlastet die Hauptheizung und nutzt oft die Abwärme im Keller.

Die entscheidende Frage: Warum dann noch das Wasser-System?
Wenn man aber ohnehin dazu übergeht, das Warmwasser separat über eine BWP zu lösen, fällt das Hauptargument für die teure Luft-Wasser-Wärmepumpe im Bestand weg. In einem durchschnittlichen Altbau müssen für eine LWWP oft Rohre vergrößert, Heizkörper getauscht oder gar Fußbodenheizungen gefräst werden, um die nötige Effizienz zu erreichen.

Die Luft-Luft-Wärmepumpe (im Kern eine moderne Inverter-Klimaanlage) umgeht all diese Probleme:

Direkte Wärme: Sie erwärmt nicht erst mühsam hunderte Liter Wasser, die dann durch Rohre gepumpt werden, sondern direkt die Raumluft. Das ist schneller und physikalisch effizienter. Mein System erreicht so einen hervorragenden SCOP von 4,6.

Kosten-Nutzen-Sieger: Eine LLWP für die wichtigsten Wohnräume kostet inklusive Montage oft nur ein Drittel einer Luft-Wasser-Anlage.

Die perfekte Backup-Strategie: Man kann sie sofort installieren und die bestehende Gasheizung als Sicherheit für extrem kalte Tage behalten. Das nimmt den Modernisierungsdruck. Sollte die Gastherme eines Tages defekt sein, ist das Haus durch die LLWP bereits warm. Man muss dann lediglich für das Warmwasser eine kompakte Brauchwasser-Wärmepumpe nachrüsten – und die fossile Ära ist beendet, ohne dass man 50.000 Euro auf einmal investieren musste.

Lernen von den Nachbarn
In Skandinavien, wo die Winter deutlich härter sind, ist diese Kombination aus Luft-Luft-Wärmepumpen für die Räume und Brauchwasser-Wärmepumpen für das Bad der absolute Standard. Dort hört man keine Klagen über mangelnde Behaglichkeit oder hohe Kosten.

Es ist an der Zeit, dass wir in Deutschland die ideologische Fixierung auf wassergeführte Zentralheizungen aufgeben. Wir brauchen eine pragmatische Aufklärung: Die Trennung von Raumwärme (Luft-Luft) und Warmwasser (BWP) ist oft die günstigste, schnellste und effizienteste Art, den Gebäudebestand klimaneutral zu machen. Zudem bietet sie einen unschätzbaren Vorteil für unsere immer heißeren Sommer: Eine echte, effiziente Kühl- und Entfeuchtungsfunktion, die ein wasserbasiertes System niemals in dieser Qualität leisten kann. (Autor Uwe Schöne)

Uwe Schöne
26215 Wiefelstede
Telefon: +49 (0) 4402 - 98 93 97
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