Kühlung
Warum wir im Sommer kühlen müssen – und wie Luft-Luft-Wärmepumpen das perfekt lösen
Bei mir geht es heute um ein Thema, das mir extrem am Herzen liegt: Luft-Luft-Wärmepumpen . Ich weiß, ich rede gefühlt dauernd darüber ! Viele sagen dazu einfach Splitklimaanlage . Aber genau da fängt das Problem schon an. Wenn man das Wort „Klimaanlage“ verwendet, haben die meisten Leute sofort ein bestimmtes Bild im Kopf: Sie denken an brütende Sommerhitze und daran, wie man einen Raum herunterkühlt . Das macht so ein Gerät natürlich hervorragend . Was aber völlig untergeht: Genauso hervorragend kann eine solche Anlage im Winter heizen . Um diesen Denkfehler endlich aus den Köpfen zu bekommen und damit nicht immer alle nur ums Kühlen kreisen, nenne ich die Geräte lieber konsequent Luft-Luft-Wärmepumpen .
Schaut man sich die großen Vorteile an, wird schnell klar, dass diese Geräte echte Allrounder sind. Sie können beides richtig gut: Heizen und Kühlen . Wenn wir uns die Sommer der letzten Jahre ansehen, wird doch jedem klar, dass wir immer mehr heiße Tage bekommen . Die Temperaturen klettern immer weiter nach oben und viele bekommen in ihren eigenen vier Wänden echte Probleme . Das Haus oder die Wohnung heizt sich tagelang so extrem auf, dass irgendwann gar nichts mehr geht . Besonders ältere und kranke Menschen leiden unter dieser Hitze enorm . Ich höre es im Familien- und Freundeskreis jedes Jahr aufs Neue: „Wir sind wieder mit unseren Bettsachen nach unten gezogen, weil es im Obergeschoss einfach nicht mehr auszuhalten war .“ Dabei liegt die Lösung doch eigentlich auf der Hand: Im Winter heizt man mit der Luft-Luft-Wärmepumpe effizient, und im Sommer nutzt man sie, um wieder durchatmen zu können .
Jetzt höre ich natürlich schon die typische Einwand-Ecke: „Aber im Sommer auch noch zu kühlen, das wird doch viel zu teuer !“ Meiner Meinung nach stimmt das so einfach nicht . Der Denkfehler liegt darin, wie gekühlt wird. Man muss seine Räume doch nicht gleich um 5 bis 8 Grad herunterprügeln . Genau diesen Fehler machen aber viele: Sie schalten die Anlage erst ein, wenn es stehend heiß ist, stellen sie eisig ein und wundern sich dann über den Stromverbrauch . Wenn man die Temperatur aber nur um gänzlich überschaubare 1 bis 2 Grad absenkt, verbrauchen moderne Luft-Luft-Wärmepumpen nur einen winzigen Bruchteil an Strom . Das liegt daran, dass sie perfekt heruntermodulieren und in Teillast arbeiten können . Schon 2 Grad weniger fühlen sich durch die Entfeuchtung der Luft extrem angenehm und viel kühler an als es auf dem Thermometer steht . Sollte das wirklich noch nicht reichen, geht man eben noch ein einzelnes Grad runter . Hauptsache, man verlangt der Anlage nicht ab, sofort hart schuften zu müssen .
Bei uns zu Hause kommen noch ein paar Besonderheiten dazu . Wir haben auf dem Grundstück hohe Eichenbäume stehen, die für uns wie eine natürliche Kühlanlage funktionieren . Um die Mittagszeit werfen sie Schatten auf unser Dach und den Garten, und gegen 16 Uhr liegt fast alles im Schatten . Unten im Erdgeschoss haben wir diesen Sommer dadurch meistens so um die 21 bis 22 Grad . Im Obergeschoss sieht das naturgemäß schon etwas anders aus, da bewegen wir uns eher bei 22 bis 24 Grad . In meinem Büro geht das Thermometer auch schon mal auf 25 Grad hoch, was aber schlicht an der Technik liegt, die dort läuft – Server, Batteriespeicher und die ganzen Geräte heizen da ordentlich mit . Man kann es oben zwar noch aushalten, aber warum sollte man die Wärme erdulden, wenn man die Luft-Luft-Wärmepumpen ohnehin im Haus hat ?
Da ich immer auch auf meine Kosten schaue, kommt jetzt meine Balkonsolaranlage ins Spiel . Wenn es draußen richtig warm ist, scheint meistens auch die Sonne entsprechend stark . Das bedeutet bei uns: Schon gegen 9:00 oder 9:30 Uhr speist das Balkonkraftwerk über 500 Watt ein, und um die Mittagszeit erreicht es oft voll seinen Spitzenwert von rund 600 Watt! Unsere normale Grundlast im Haus liegt aber gerade einmal bei etwa 200 Watt . Es bleiben also morgens schon 300 Watt und mittags sogar satte 400 Watt übrig. Und wo gehen diese Watt hin? Sie fließen einfach so für 0 Euro zum Netzbetreiber . Da habe ich mir gedacht: Warum diese Energie nicht direkt in Kühlung umsetzen und die Kälte in den Wänden speichern ? Das macht doch viel mehr Sinn .
An der Stelle kommt meine Homey Pro Smart-Home-Zentrale ins Spiel, weil man daraus eine perfekte Automation als Flow bauen kann . Die Logik sieht so aus: Um 9:00 Uhr morgens prüft das System meine Balkonsolaranlage . Liegt die Leistung über 500 Watt, wartet die Steuerung 10 Minuten ab und kontrolliert noch einmal . Sind dann immer noch über 500 Watt da, schalten sich im Obergeschoss die beiden Innengeräte im Flur ein und kühlen die Räume sanft um 2 Grad herunter . Sollten die 500 Watt um 9:00 Uhr noch nicht erreicht sein, prüft das System einfach alle 30 Minuten erneut den Zustand .
In der Praxis gehen die Innengeräte deshalb meistens so zwischen 9:10 Uhr und 10:30 Uhr an . Sie verbrauchen beim Anfahren erst etwas mehr, modulieren sich dann aber schnell auf zusammen 250 bis 400 Watt herunter – wohlgemerkt für beide Geräte gemeinsam ! Wenn das Balkonkraftwerk mittags bei seinen 600 Watt steht und der Eigenverbrauch abgedeckt ist, läuft die Kühlung praktisch zu 100 % über den geschenkten Sonnenstrom! Dass ich über den gesamten Tag verteilt vielleicht 20 bis 30 Prozent Strom aus dem Netz brauche , liegt an einer eingebauten Sicherheitsautomation: Fällt die Leistung der Balkonsolaranlage für mehr als 10 Minuten unter 200 Watt, schalten sich die beiden Innengeräte oben automatisch wieder aus . Es kann also kurzzeitig bei Bewölkung vorkommen, dass sie etwas mehr Netzstrom bekommen , aber mit durchschnittlich 70 Prozent eigenem Sonnenstrom liege ich aufs Ganze gesehen schon ziemlich richtig . Und die Kälte wird den ganzen Tag über im Obergeschoss und in der Bausubstanz gespeichert .
Und wenn es abends doch mal extrem drückend ist und die Bausubstanz die Wärme hält, schalte ich die Anlage abends einfach noch mal für eine gewisse Zeit ein. Klar beziehe ich dafür dann Strom aus dem Netz – aber ganz ehrlich: Das ist es mir absolut wert! Angenehm einschlafen, morgens ausgeruht und erholt aufwachen und nicht ständig mit Bettsachen von oben nach unten und wieder zurück wandern – nein danke, darauf verzichte ich gerne!
Jetzt sagen sich sicher viele: Wenn das jetzt alle so machen, sich Luft-Luft-Wärmepumpen anschaffen und diese um die Mittagszeit einschalten, muss dafür ja eine Unmenge an Strom erzeugt werden – vielleicht müssen dafür sogar extra Gaskraftwerke hochfahren . Da kann ich alle beruhigen . Wir haben im Sommer in Deutschland stellenweise so viel erneuerbare Energie im Netz, dass Solaranlagen und Windräder regelrecht abgeschaltet werden müssen, weil es schlicht an Abnehmern fehlt . Wenn immer mehr Menschen im Sommer kühlen, sind die Abnehmer genau dann da, wenn die Sonne brennt – selbst wenn jemand keine eigene Solaranlage auf dem Dach hat .
Und das Allerbeste daran ist der riesige Gewinn für unsere Gesundheit: Wenn wir die Räume sanft herunterkühlen, wird unser Körper nicht mehr diesem ununterbrochenen Hitze-Stress ausgesetzt. Bei dauerhaften 25 bis 28 Grad läuft der Kreislauf permanent auf Hochtouren, der Blutdruck spinnt, das Herz muss viel schwerer arbeiten und an erholsamen Schlaf ist gar nicht zu denken. Durch die Absenkung um nur 1–2 Grad sinkt dieser enorme Wärmedruck spürbar ab, die Körperwerte wie Puls und Blutdruck können sich wieder normalisieren und der gesamte Organismus findet endlich die Ruhe, die er braucht, um sich zu regenerieren. Ich bin zwar kein Arzt, aber wenn man sieht, wie gut das dem eigenen Körper tut und wie viel fitter man am nächsten Morgen aufsteht, weiß ich einfach: Da liege ich absolut und vollkommen richtig! (Autor Uwe Schöne)