Heizungsbauer - Heizerfahrung Splitklima

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Heizungsbauer

Vom „Fachmann wird’s schon wissen“ zur eigenen Lösung – warum wir heute auf Luft/Luft setzen

Wenn mir vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, dass ich mich mal so intensiv mit Heizungen beschäftige, hätte ich wahrscheinlich nur gelacht. Für mich war das damals einfach ein Thema, um das sich der Heizungsbauer kümmert. Der ist schließlich der Fachmann, der weiß schon, was er tut – dachte ich zumindest.

Der Moment, der meine Sicht komplett verändert hat, kam 2017. Unsere alte Gastherme hat von heute auf morgen den Geist aufgegeben. Totalschaden, nichts ging mehr. Es musste schnell eine neue her. Also Heizungsbauer angerufen, Termin gemacht, Situation erklärt. Er kam vorbei, hat sich alles kurz angeschaut und relativ schnell gesagt: „Da muss eine 20 kW Anlage rein.“ Ich habe damals noch vorsichtig nachgefragt, ob nicht auch eine kleinere reichen würde. Die Antwort kam ohne zu zögern: „Nein, sonst wird das Haus nicht warm.“ Keine Berechnung, kein Nachfragen, einfach eine klare Ansage. Also haben wir vertraut – er ist ja schließlich der Fachmann.

Die Anlage wurde eingebaut und erstmal lief alles. Bis später eine Heizlastberechnung gemacht wurde. Und da wurde es plötzlich interessant. Unser Haus braucht bei -10 Grad gerade einmal etwa 4.000 bis 4.500 Watt. Ich habe das mehrfach selbst nachgerechnet, weil ich es ehrlich gesagt nicht glauben konnte. Aber es stimmte. Und in dem Moment wurde mir klar, was da eigentlich passiert ist: Wir hatten eine völlig überdimensionierte Heizung im Heizungsschrank stehen.

Was viele nicht wissen – ich damals auch nicht – ist, dass „zu groß“ eben nicht besser ist. Ganz im Gegenteil. Unsere Anlage konnte nur bis etwa 4,6 kW runtermodulieren. Das heißt, selbst bei sehr kalten Temperaturen war sie eigentlich schon am unteren Limit. Alles, was darüber hinausging – und das ist der Großteil der Heizperiode – führte dazu, dass die Anlage ständig an- und ausging. Takten nennt man das. Und das ist genau das, was man nicht haben will.

Die erste Gasrechnung hat das Ganze dann auch bestätigt. Neue, moderne Anlage – aber kein Unterschied im Verbrauch. Also habe ich bei der Heizungsfirma angerufen und nachgefragt. Die Antwort war so kurz wie ernüchternd: „Ja, die ist zu groß.“ Punkt. Keine Lösung, kein Entgegenkommen, nichts.

Das war der Moment, in dem ich angefangen habe, mich selbst mit dem Thema zu beschäftigen. Nicht, weil ich Lust darauf hatte, sondern weil ich gemerkt habe, dass ich mich sonst einfach weiter im Kreis drehe. Also habe ich angefangen zu lesen, Videos zu schauen, in Foren mitzulesen. Ich wollte verstehen, wie eine Heizung wirklich funktioniert, was Heizlast bedeutet, warum ein hydraulischer Abgleich wichtig ist und wo in unserem Haus eigentlich die Wärme verloren geht. Und je mehr ich gelernt habe, desto mehr habe ich gemerkt, wie oft einfach pauschale Lösungen verkauft werden, die zwar „irgendwie funktionieren“, aber eben nicht gut.

Am Ende habe ich selbst angefangen, Dinge auszuprobieren. Unsere Lösung damals waren sogenannte Heizfenster – also feste Zeiten, in denen die Heizung läuft. Dadurch lief sie länger am Stück und hat weniger getaktet. Und tatsächlich: Der Gasverbrauch ist um rund 2.500 kWh gesunken. Aber das Wohngefühl war ein anderes. Es war warm, keine Frage, aber diese gleichmäßige, angenehme Wärme hat gefehlt. Schwer zu beschreiben, aber man merkt den Unterschied.

Das Thema hat mich dann nicht mehr losgelassen. 2025 habe ich angefangen, mich intensiver mit Wärmepumpen zu beschäftigen. Ziel war klar: weg vom Gas. Bevor ich aber wieder irgendjemandem vertraue, habe ich erstmal selbst getestet. Die Vorlauftemperatur auf 52 Grad gestellt, alle Heizkörper auf, einen Tag laufen lassen. Ergebnis: Das Haus wird warm, auch bei starkem Frost. Also grundsätzlich machbar.

Also wieder der nächste Schritt: Angebote einholen. Ich hatte insgesamt sieben Heizungsfirmen bei uns. Und ganz ehrlich – ich hatte wirklich gehofft, dass sich seit 2017 etwas geändert hat. Hat es aber nicht. Wieder die gleichen Aussagen, wieder wenig echte Planung, teilweise komplett unterschiedliche Empfehlungen. Und genau da liegt das Problem: Wenn schon sieben „Fachbetriebe“ zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, wem soll man dann glauben?

Gerade bei Wärmepumpen ist das kein kleines Problem. Die müssen sauber ausgelegt sein. Zu groß – taktet. Zu klein – Heizstab läuft und die Stromkosten gehen durch die Decke. Und das Ganze bei Investitionen von 25.000 bis 30.000 Euro. Da habe ich für mich irgendwann gesagt: Das Risiko gehe ich nicht ein.

Nicht, weil Wärmepumpen schlecht sind – im Gegenteil. Sondern weil ich kein Vertrauen mehr in die Umsetzung hatte.

Irgendwann bin ich dann über Luft/Luft-Wärmepumpen gestolpert. Anfangs war ich skeptisch, weil das hier in Deutschland ja eher belächelt wird. Aber je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto mehr Sinn hat es gemacht. Einfachere Technik, geringere Kosten, weniger anfällig für Planungsfehler. Und dann dieser Gedanke, den ich bis heute nicht nachvollziehen kann, warum er hier so selten ausgesprochen wird: In Ländern wie Norwegen, Schweden oder Finnland funktioniert das seit Jahren – bei deutlich kälteren Temperaturen als bei uns. Aber hier soll das plötzlich nicht gehen?

Für uns hat das keinen Sinn ergeben. Also haben wir uns dafür entschieden.

Heute kann ich sagen: Es läuft. Ohne großes Nachjustieren, ohne ständiges Optimieren. Einfach anmachen und es funktioniert. Unsere Gasheizung haben wir übrigens bewusst drin gelassen. Die ist neun Jahre alt und dient jetzt einfach als Backup. Der Gasverbrauch ist so gering geworden, dass er kaum noch ins Gewicht fällt.

Wenn ich aus der ganzen Geschichte etwas mitgenommen habe, dann das: Man sollte sich nicht blind auf „Fachleute“ verlassen. Es gibt gute, keine Frage. Aber es gibt eben auch viele, die einfach das verbauen, was sie immer verbauen. Und wenn man sich selbst nicht zumindest ein bisschen mit dem Thema beschäftigt, merkt man das oft zu spät.

Für uns war die Luft/Luft-Wärmepumpe am Ende die Lösung mit dem geringsten Risiko. Und ganz ehrlich: Seitdem ist das Thema Heizung bei uns endlich kein Dauerärgernis mehr – und man schläft deutlich ruhiger. Wir können in Ruhe in die Zukunft blicken und ehrlich, die ganzen Berechnungen, Planungen, Dokumentation und Gespräche mit angeblichen Experten haben auch Spaß gemacht. Ich finde man kann so viel Lernen, weil das Thema so vielseitig ist. (Autor Uwe Schöne)
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